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Die Schönheit und die Entstehung der Werke von Simone Bossi

Simone Bossi arbeitet in Paris und Mailand und ist ein Fotograf mit großer Kenntnis und Empfindungsvermögen für die Welt der Architektur.
Nach seinem Studium in Italien und Sevilla ha er 5 Jahre lang als Architekt in der Heimat, in der Schweiz und in den Niederlanden gearbeitet und hat sich dann völlig der Fotografie gewidmet.
Wir haben ihn interviewt, um seine Forschung besser zu verstehen.

Guten Tag Simone, danke für ihre Verfügbarkeit.
Wir sprechen sofort von einem Thema, das der Kunst im Allgemeinen zu Grunde liegt: die Schönheit. Ihrer Meinung nach ist sie unwiederholbar, warum?
Ich denke, dass es nicht notwendig ist, die endgültige und absolute Antwort auf diese einfache und zugleich komplexe Frage zu finden.
Die Erfahrung der Schönheit ist sicherlich subjektiv und jeder von uns erlebt sie unterschiedlich Tief, je nach seinem Empfindungsvermögen.
Die Schönheit gibt einen besonderen Moment, eine Emotion, eine Kondition wieder, die sich in unterschiedlichen Formen äußern kann: Harmonie, Beunruhigung, Licht, Raum und Atmosphäre. Oder sie kann sich überhaupt nicht zeigen oder nicht völlig und ist somit eine Schönheit, die sich versteckt, die entwischt, eine nicht zähmbare Schönheit, eine Schönheit unklaren Ursprungs, eine Schönheit, die man nicht verstehen muss.
Ich spüre aber, dass die Schönheit über ihre Art und Definition hinweg anregt und sensibilisiert: Es handelt sich um eine Kraft, die sich in unserem tiefsten Unbewusstsein verankert.
Sie verbleibt dort in Erwartung neuer Erfahrungen, mit denen sie sich vergleichen kann: Sie Schönheit erinnert an die Schönheit und nur dann kommt die erneuerte Schönheit einer vergangenen Erfahrung erneut ans Licht.

Was erzeugt Ihre Arbeit, jedes Mal, wenn Sie den Fotoapparat in die Hand nehmen?
Ich werde ihnen erzählen, was in mir passiert, wenn ich den Fotoapparat in die Hand nehme. Es ist ein Ansatz, der natürlich eine spontane Folge des Gefühls ist und sich unvermeidlich in meiner Arbeit wiederspiegelt.
Fotografieren bedeutet für mich einem langsameren Rhythmus gehen, mich langsamer Bewegen erweckt eine erweiterte sensorielle Erfahrung in der Zeit und im Raum, in Erwartung, dass sich plötzlich eine magische Atmosphäre vor mir entfaltet. Oder sich überhaupt nicht zeigt.

Haben Sie schon persönliche Projekte, die im Entstehen sind? Wollen Sie uns etwas darüber erzählen?
Im Moment habe ich kein besonderes persönliches Projekt: Im Allgemeinen habe ich kein Interesse an fotografischen Projekten im üblichen Sinn, d.h. um etwas zu beweisen oder zu zeigen. Natürlich respektiere und verstehe ich dieses Ziel aber es entspricht nicht meinen Zielsetzungen.
Es interessiert mich vor allem sehr an meinem Ansatz, meinen Gefühlen und der Konstruktion einer Gedankenwelt zu arbeiten.
Was reizt mich in dieser Gedankenwelt und warum?
Manchmal denke ich über das fehlende Verständnis der Dinge, die ich fühle oder beobachte und über die Tiefe Akzeptanz dieses Mangels nach.
Dieser innere Werdegang verwandelt sich also in kurze fotografische Arbeitsphasen oder es wäre vielleicht besser sie emotionale Ausbrüche zu nennen, die sich über eine einzigartiges Medium, dem Fotoapparat, verwirklichen. So versuche ich das zu untersuchen, was in mir noch unklar ist.

Um mehr über Simone Bossi zu erfahren: http://www.simonebossi.it

Photo Credits: Simone Bossi / Instagram: @simonebossiphotographer